Kennen Sie das auch noch?

Als Kinder haben wir das sogenannte „Dosentelefon“ nachgebaut und (mit mehr oder weniger Erfolg …) versucht, uns damit über Nachbargärten hinweg zu verständigen.

Was wir damals nicht wussten: die Schnur zwischen den Blechdosen muss dafür dünn und straff gespannt sein, und die Kommunikation – zumindest in westlichen Kulturkreisen – direkt und gradlining.

Heute ist das Dosentelefon für mich deshalb zum Sinnbild für die unterschiedlichsten Arten der Kommunikation geworden: gradlinig, straff und direkt, verschlungen oder gar verworren, über Kreuz und verknotet oder über mehrere Stationen hinweg, manchmal unterbrochen oder – zum Glück selten – sogar endgültig abgerissen.

Die Erfindung des Dosentelefons bzw. Schnurtelefons

AK_Dosentelefon_Wiki_Text copyQuelle: experimentis – Physik für alle.

Seit ca. Mitte des 19. Jahrhunderts und lange bevor unser heute bekanntes Telefon erfunden war, fanden Schnurtelefone Verwendung – und zwar auch bei Erwachsenen. Damals trug das Schnurtelefon auch den Namen Lover’s Phone, zu Deutsch „Telefon der Liebenden“. Als Kinder begannen, Schnurtelefone aus alten Dosen zu bauen, wurde der Name Dosentelefon geprägt. Die Konservendose wurde übrigens bereits 1810 patentiert.

Wie baut man nun ein richtig gutes Dosen- bzw. Schnurtelefon?

Ein Dosentelefon kann man natürlich auch selber bauen und es gibt dazu zahlreiche Anleitungen im Internet, allerdings meist für recht bescheidene Varianten. Tatsächlich ist es mit dem Dosentelefon möglich, den Klang der Stimme über erstaunlich weite Strecken zu transportieren, wenn man es nur richtig macht. 20 bis 40 Meter sind da kein Problem. Früher wurden mit Schnurtelefonen Distanzen von bis zu einer viertel Meile überbrückt, also ca. 400 Meter.

Die oft empfohlene Kordel ist für den Bau eines richtig guten Dosentelefons nicht sehr geeignet. Es ist besser, wenn die verwendete Schnur besonders fest und dazu sehr straff ist. Hier bietet sich dünner Kupferdraht an, aber auch Nylonschnur oder buntes Geschenkband.

Mit dünnem Draht kann man ein Dosentelefon sogar über verschiedene Stationen laufen lassen. Im Garten hämmert man zum Beispiel alle paar Meter einen Nagel in einen Baum, Zaun oder Ähnliches. Die Nägel sollten noch mindestens einen Zentimeter hinausschauen. Dann spannt man den Draht für das Dosentelefon straff von Nagel zu Nagel, wobei man ihn jeweils einige Male um die frei stehenden Enden wickelt. Der Draht darf außer mit den Nägeln mit nichts in Berührung kommen. Aber Achtung, dass niemand an dem Draht hängen bleibt – Stolperfalle!

Quelle: experimentis – Physik für alle.

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